BISSHEBUNG BEI VERLUST DER VERTIKALEN DIMENSION DER OKKLUSION (VDO)

Der Verlust der ursprünglichen Vertikalen Dimension der Okklusion (VDO), wie er im Zuge verschleissbedingter Zahnhartsubstanzverlust wie z.B. der Attrition (mechanischer Abrieb  durch direkten Zahn-zu-Zahn-Kontakt, Bruxism / Clenching), Abrasion (Abnutzung durch Fremdstoffe), Erosion (exogene oder endogene Säuren ohne bakterielle Beteiligung), der Zahn- und Kieferfehlstellungen, der Nichtanlage von Zähnen (Hypodontie, Oligodontie), der Zahnverluste im Seitenzahnbereich, der insuffizienten prothetischen Versorgung nach Stützzonenverlust usw. auftritt, kann abgesehen von allgemeinästhetischen, zahnästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben.

 

Abgenutzte Zähne lassen die Zähne manchmal um mehrere Millimeter absinken und infolgedessen die Lippe einfallen, somit kann der Verlust der vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) die Lippen nicht mehr ausreichend stützen. Das hat zufolge, dass Lippen und Lippenrot schmal und nach innen gezogen sind, und die Oberlippe bekommt Falten. Die verlorengegangene vertikale Dimension der Okklusion (VDO) des Gesichtes führt, zu eingesunkenen und herabhängenden Mundwinkeln und vertiefte Naso-labiale Falten, hinzu wirkt das Gesicht angespannt. Eine funktionelle Zahnsanierung hebt das Lippenvolumen an, Mimik und Lächeln entspannen und verjüngen.

 

Die Rekonstruktion einer zu niedrigen vertikalen Kieferrelation, bei weitgehend voll bezahnten Patienten, durch eine Bisshebung der VDO, gehört zu den anspruchvollsten Behandlungen im Spektrum der restaurativ-prothetischen Zahnheilkunde und ist im Regelfall mit einem hohen fachlichen, zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden.

Wichtig für die erfolgreiche Umsetzung einer Bisshebung sind die konsequente Diagnostik und Vorbehandlung, welche kariologische, endodontische, parodontale und funktionelle Aspekte umfasst.

 

Eine Wiederherstellung der ursprünglichen vertikalen Relation mithilfe prothetischer oder restaurativer Massnahmen erfordert meist einen umfassenden individuellen Therapieplan, da alle Zähne und deren unterschiedlicher Therapiebedarf bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

In der eigentlichen restaurativ-rekonstruktiven Phase kann es hilfreich sein, die Sanierung systematisch in einzelnen Etappen durzuführen, um die Behandlung weniger belastend zu gestalten.

Die Rehabilitationsbehandlung einer reduzierten vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) dient nicht dazu, die vertikale Dimension über den Normalwert hinaus zu erhöhen, sondern soll die Höhe an vertikaler Dimension wiederherstellen, die verloren gegangen ist.

 

Eine sorgfältige Behandlungsplanung sowie eine vorherige Austestung der neu definierten Bisshöhe sind hierbei von besonderer Bedeutung. Bei einer starken Anhebung der vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) sollte die Bisshebung im Vorfeld mithilfe von Aufbissschienen oder Langzeit-provisorische Restaurationen über eine gewisse Zeit ausgetestet werden. Sie dienen vornehmlich dazu, eine neu definierte Bisslage in statischer und dynamischer Okklusion klinisch zu erproben. Dieser funktionellen Evaluierung wird in den meisten Fällen eine vom Wax-up abgeleitete ästhetische Evaluierung vorgeschaltet.

Vor Beginn der definitiven Therapie sollten ein beschwerdefreies Intervall von ca. einem halben Jahr vorliegen.

 

Gelegentlich auftretende Beschwerden:

  • Süss- oder Kälteempfindlichkeit der abradierten Zähne

  • Kiefergelenkprobleme / Craniomandibuläre Dysfunktion (TMD) durch die veränderte Belastung der Kiefergelenke, was zu Druckgefühlen, Gelenkschmerzen und Verspannungen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich führen kann

Ästhetische Merkmale:

  • Ausgeprägte Naso-Labial Falte

  • Verkürztes unteres Gesichtsdrittel

Behebung:

  • Durch die Aufhebung der Stützzonen in allen vier Quadranten ergibt sich die Möglichkeit der Rekonstruktion der vertikalen Dimension und damit das Anheben des eingefallenen unteren Gesichtsdrittels

  • Behebung der Hypersensibilität der Zähne durch Aufbau der verlorengegangenen Zahnhartsubstanz

  • Behebung der Ästhetik und Funktion

  • Dauerhafte prothetische Versorgung durch: Füllungen aus Kunststoff, Füllungen aus Keramik (Inlays / Onlays), Zahnkronen, Zahnbrücken, Veneers, Table Tops

  • Nachsorge mit Bissschienen (Michigan Schiene) um eine erneute Abnutzung und/oder Schädigung des Zahnersatzes zu schützen

  • Eine Re-evaluation (klinisch & röntgenologisch) erfolgt ca. 12 Monate nach Behandlungsbeginn.

Für ein gutes Endergebnis ist der Beitrag einer guten Compliance von Seiten des Patienten vonnöten.

 

Indikationen zur okklusalen Bisshebung:

  • Ästhetische und funktionelle Wiederherstellung des abrasiven Gebisses

  • Beeinträchtigte okklusale Funktion wiederherstellen: durch den Wiederaufbau Ihrer Zähne in einer Weise, dass zukünftige falsche Belastungen mit neuen Schäden oder anderen Schmerzen vermieden werden

  • Die Langlebigkeit der verbleibenden Zähne erhalten

  • Zum Schutz Ihrer neuen schönen Zähne gegen Zähneknirschen (Bruxismus) oder nächtliches -pressen (Clenching) erhalten Sie eine Knirschschiene (Michigan Schiene)

 

Ich, stehe Ihnen für Ihre Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.